Eine Maßnahme bei mittelschwerer bis schwerer obstruktiver Schlafapnoe kann das Schlafen mit einem Atemwegsüberdruckgerät sein…

1134_17S_15-12-16-1Veränderung der Lebensgewohnheiten

Fettleibigkeit, Rauchen und Alkoholkonsum sind eng mit Schlafproblemen verknüpft. Eine Veränderung der Lebensgewohnheiten kann sich daher positiv auswirken. Besonders eine Reduktion des Körpergewichts kann den Schweregrad von Apnoen abmildern. Weitere wirksame Maßnahmen können dabei die Änderung der Schlafposition, beispielsweise von der Rücken- in die Seitenlage sein, ebenso wie die Behandlung von Allergien und die Vermeidung der Einnahme von Beruhigungsmitteln und Schlaftabletten vor dem Schlafengehen.

Therapieschienen

Eine nicht-invasive Lösung sind Therapieschienen. Sie werden vom Patienten während des Schlafs im Mund getragen und halten den Unterkiefer in einer leicht vorgezogenen Therapieposition. Dies führt zur Erweiterung des Atemwegs und gleichzeitiger Aktivierung der Muskulatur von Zunge und Weichgewebe, was dem Atemweg zusätzlich Stabilität verleiht. So werden Schnarchgeräusche reduziert und der Atemweg bleibt offen. Die Deutsche Gesellschaft Zahnärztliche Schlafmedizin (DGZS) empfiehlt die Verwendung von Protrusionsschienen zur Behandlung von leicht- bis mittelgradiger obstruktiver Schlafapnoe auf Basis der wissenschaftlichen Bewertungen und internationalen Leitlinien. Therapieschienen werden ebenso für Patienten mit starker OSA empfohlen, die intolerant gegenüber anderen Behandlungsformen sind. OPTISLEEP ist eine solche patientenindividuelle Therapieschiene. Ca. 70% der mit obstruktiver Schlafapnoe diagnostizierten Patienten zeigen eine deutliche Verbesserung des Syndroms durch die Verwendung von Therapieschienen.¹

Überdruckbeatmungsgeräte

Eine Maßnahme bei mittelschwerer bis schwerer obstruktiver Schlafapnoe kann das Schlafen mit einem Atemwegsüberdruckgerät sein. Dieses stellt sicher, dass die Luft stetig oder stoßweise in den Hals des Schlafenden strömt und damit einen Kollaps des Atemwegs verhindert. Der Patient muss allerdings mit einer Maske schlafen, welche die Nase abdeckt, manchmal auch den Mund. Die Luft wird dabei von einer der folgenden Geräte durch eine flexible Röhre zugeführt: CPAP (Continuous Positive Airway Pressure), BiPAP (Bilevel Positive Airway Pressure), VPAP (Variable Positive Airway Pressure). Viele Betroffenen finden diese Methode belastend und unangenehm. Eine eingeschränkte Reisefreiheit mit diesen Geräten sowie der erhöhte Platzbedarf stellen für viele Patienten ebenso ein Problem dar. Daher ist Therapietreue des Patienten ein bedeutsames Thema.

Operation

Das Ziel einer Operation bei obstruktiver Schlafapnoe ist die Erweiterung des Atemwegs durch Nase oder Hals, die Passagen des oberen Atemwegs blockieren könnten. Dabei werden üblicherweise Teile der Mandeln, Polypen, des Gaumenzäpfchens oder des Weichgewebes entnommen oder vollständig entfernt. Gängig ist auch eine operative Kieferbewegung, bimaxilläre Osteotomie genannt. Aufgrund eines erhöhten Komplikationsrisikos sollte eine Operation zur Erweiterung des Atemwegs nur in Betracht gezogen werden, sofern für den Patienten keine anderen Behandlungsmethoden infrage kommen und leichte Beschwerden nicht toleriert werden können.